Zedernuss – gesunde Knabberei aus Sibirien

Der Zedernuss werden zahlreiche positive Wirkungen nachgesagt, von denen manche eher esoterisch klingen. Zum Teil sind sie jedoch durchaus wissenschaftlich nachgewiesen.

Das Wichtigste zur Zedernuss in Kürze:

  • Die Zedernuss ist reich an wertvollen ungesättigten Fettsäuren, Spurenelementen und Vitaminen und übertrifft im Gehalt manchmal sogar bekanntere Quellen.
  • Die hochwertigsten im Handel erhältlichen Zedernüsse stammen nicht von europäischen Zedern, sondern von der Sibirischen Zeder, die ausschließlich wild wächst und sind daher ein wirklich reines Naturprodukt.
  • Beim Kauf sollte man jedoch stets genau auf die Echtheit und Reinheit des Produktes achten.

Was ist die Zedernuss?

Als Zedernuss wird zumeist die Frucht der Sibirischen Zeder oder Zirbelkiefer bezeichnet. Das ist ein vom Aussterben bedrohter Nadelbaum, der wild in der sibirischen Taiga wächst. Die Sibirische Zeder wird bis zu 40 Meter hoch und ist mit der europäischen Pinie verwandt.
Auch ihre Nuss erinnert an die der Pinie. Sie ist jedoch deutlich kleiner und hat einen höheren Gehalt an Eiweiß und wertvollen Ballaststoffen. Der Gehalt an Fetten und Kohlenhydraten ist dagegen niedriger, weshalb Zedernüsse weniger Kalorien enthalten.

Was ist der Unterschied zwischen Zedernüssen und Kiefernüssen?

Da die Sibirische Zeder eine Kiefer ist, werden Zedernüsse teilweise auch unter dem Namen Kiefernüsse verkauft. Hier muss man als Kunde allerdings vorsichtig sein, denn die meisten Kiefernüsse werden von der Schirmkiefer und nicht der Zirbelkiefer gewonnen.
Den optimalen Gehalt an wertvollen Inhaltstoffen findet man aber nur in echten sibirischen Zedernüssen. Das liegt daran, dass die Sibirische Zeder im Hochgebirge in einer sehr kalten Region lebt. Um ihre Nüsse vor den niedrigen Temperaturen zu schützen, reichert sie sie mit besonders wertvollen ungesättigten Fettsäuren an.

Wie wird die Zedernuss genutzt?

Hierzulande werden Zedernüsse zumeist wie andere Nüsse roh gegessen, sind aber bisher noch eher wenig bekannt. In ihrer Heimat Sibirien und im benachbarten China gelten sie jedoch schon seit Jahrhunderten als Delikatesse. Die Chinesen sagen ihnen zudem eine potenzsteigernde und energiebringende Wirkung nach, welche jedoch medizinisch noch nicht nachgewiesen wurde.
Sehr beliebt ist auch der Zirbenschnaps, der aus noch unreifen Zapfen gemischt mit Obstbrand oder Getreidebrand hergestellt wird. Diese alkoholische Delikatesse hat eine interessante rote Farbe und einen einzigartigen, etwas bitteren Geschmack. Man unterscheidet zwischen dem normalen Zirbenschnaps und dem stärkeren Zirbengeist.
Gelegentlich wird auch Zederöl aus den Nüssen der Zeder hergestellt. Wesentlich häufiger werden hierfür jedoch die Abfallprodukte der Holzverarbeitung verwendet, wobei dies keinen Qualitätsunterschied ausmacht. Werden Zedernüsse verwendet, entstehen bei der Produktion aber auch Zederflocken, die eine wertvolle Proteinquelle darstellen, aber kaum noch Fettsäuren enthalten.
Seltener ist die Verarbeitung zu Milch oder Rahm, die vor allem bei Erkrankungen als Stärkungsmittel eingesetzt werden. Im 18. Jahrhundert war Zedernussrahm jedoch auch im deutschen Sprachraum als vermeintliches Heilmittel gegen Tuberkulose im Einsatz.

Was sind die wertvollen Inhaltsstoffe der Zedernuss und ihre Wirkungen?

Ungesättigte Fettsäuren

93,3 % der in der Zedernuss enthaltenen Fette sind ungesättigte Fettsäuren, 66,3 % sogar mehrfach ungesättigte. Ungesättigte Fettsäuren senken nachweislich das Risiko für Herz- Kreislauferkrankungen, bekämpfen Entzündungen und beugen Übergewicht vor.
In der Zedernuss werden hierbei insbesondere die Omega-3 und Omega-6 Fettsäuren und geschätzt. Sie enthält aber auch die bisher noch weniger bekannte Pinolensäure, für die es nur wenige Quellen in der menschlichen Nahrung gibt. Pinolensäure hat eine senkende Wirkung auf den Cholesterin- und den Blutzuckerspiegel und geht damit gleich gegen zwei der größten Probleme in der modernen Ernährung vor.
Ein hoher Gehalt an Phospholipiden in der Zedernuss erleichtert zudem die Aufnahme der Fettsäuren durch den Körper und sorgt für bessere Verwertung der wertvollen Nährstoffe.

Eiweiß

Eiweiß ist der Hauptlieferant für Aminosäuren, die der menschliche Körper zur Synthese seiner eigenen Eiweiße, zum Muskelaufbau und zur Bildung zahlreicher anderer Substanzen benötigt. In der menschlichen Ernährung wird es hauptsächlich aus tierischen Produkten gewonnen, weshalb vor allem Menschen, die sich hauptsächlich oder gänzlich vegetarisch oder vegan ernähren oft Schwierigkeiten haben, ihren Bedarf zu decken.
Zedernüsse weisen vor allem einen hohen Gehalt an den Aminosäuren Tryptophan und Methionin auf. Tryptophan ist für die Bildung der Hormone Serotonin und Melatonin erforderlich. Serotonin, das auch als das Glückshormon bezeichnet wird, hat eine stimmungsaufhellende Wirkung und ist für das psychische Wohlbefinden wichtig. Melatonin regelt den Schlaf- Wachzyklus und sorgt dadurch für ausreichende körperliche Erholung und Regeneration.
Methionin wird für die Synthese zahlreicher unterschiedlicher Substanzen benötigt. Die bekanntesten von ihnen sind das Adrenalin, das für einen schnellen Energieschub in Gefahrensituationen sorgt, und die Nukleinsäuren, die die Bausteine für die menschlichen Gene sind.

Vitamin E

Vitamin E ist das wichtigste Antioxidans im menschlichen Körper. Das bedeutet, dass es die Zerstörung von chemischen Verbindungen durch Bindung an Sauerstoffteilchen verhindert. Der Körper nutzt diese Eigenschaft vor allem zur Erhaltung der Fettsäuren in seinen Zellen. Vitamin E schützt vor Arteriosklerose und trägt dadurch zur vorbeugenden Wirkung der Zedernuss gegen Herz- Kreislauferkrankungen bei.
Der gleiche Effekt schützt aber auch die ungesättigten Fettsäuren in der Nuss selbst vor Zersetzung durch Sauerstoff und Lichteinwirkung. Gerade die besonders wertvollen mehrfach ungesättigten Fettsäuren sind sehr zerstörungsanfällig und gehen daher bei Transport und Lagerung von Nahrungsmitteln häufig verloren. Ein hoher Vitamin E Gehalt, wie er bei der Zedernuss vorliegt, verlangsamt diesen Effekt und erhält die Wirksamkeit der wertvollsten Inhaltsstoffe der Nuss.

Folsäure

Folsäure ist das Vitamin B 9. Es ist unerlässlich für die Blutbildung, wird bei der Synthese zahlreicher Aminosäuren eingesetzt und ist an allen Wachstumsprozessen beteiligt. Deshalb sind folsäurehaltige Nahrungsmittel besonders für Frauen während der Schwangerschaft wichtig. Auch für Kinder und nach starkem Blutverlust ist Vitamin B 9 aber empfehlenswert.

Eisen

Auch auf Eisen kann die Blutbildung nicht verzichten. Es ist der zentrale Bestandteil des Hämoglobins, der roten Blutkörperchen, die dem Blut seine Farbe geben und für den Transport von Sauerstoff im gesamten Körper verantwortlich sind.
Eisenmangel führt zu mangelnder Energieversorgung des Körpers, schwächt die Muskelleistung und die Immunabwehr und lässt Menschen matt und antriebslos werden. Er ist vor allem bei Frauen in den fruchtbaren Jahren häufig, da sie jeden Monat Blut verlieren, das nachgebildet werden muss. Auch während einer Schwangerschaft, bei Parasitenbefall und nach Blutverlust durch Verletzungen oder Blutspenden ist der Eisenbedarf jedoch erhöht.
Die Hauptquelle für Eisen ist Fleisch, weshalb Vegetarier besonders gut auf ihre Eisenversorgung achten müssen. Doch auch für Menschen, die ihren Fleischkonsum aufgrund erhöhter Cholesterinwerte reduzieren möchten, sind Zedernüsse ein sehr empfehlenswerter zusätzlicher Eisenlieferant.

Zink

Zink ist ein wichtiges Spurenelement für das Immunsystem und wird daher vor allem vorbeugend gegen Erkältungen und andere Infektionskrankheiten empfohlen. Es kommt aber auch bei der Bildung zahlreicher Enzyme zum Einsatz und ist wichtig für das gesunde Aussehen der Haut und Haare.
Dieser Bestandteil der Zedernuss ist in Deutschland allerdings von untergeordneter Bedeutung, da es genügend andere weit verbreitete Nahrungsmittel gibt, die für eine ausreichende Versorgung sorgen. Lediglich bei Menschen mit chronischen Darmerkrankungen und in manchen Fällen von Fehlernährung kommt hierzulande gelegentlich Zinkmangel vor.

Magnesium

Magnesium ist vor allem für die Funktion der Muskeln und des Nervensystems erforderlich. Es hat aber auch wichtige Funktionen beim Schutz des Herz-Kreislauf-Systems, im Stoffwechsel und im Aufbau von Knochen und Zähnen.
Bei einer ausgewogenen Ernährung ist Magnesiummangel in Deutschland zwar selten, er kann jedoch bei Verdauungsstörungen, häufigen starken Alkoholgenuss und einer überwiegend tierischen Ernährung auftreten. Magnesium wird aber auch eingesetzt, um Muskelkrämpfe und Angstzustände zu lindern.

Ist die Zedernuss wirklich ein Energiespeicher?

Eine Speicherung kosmischer Energie, wie sie der Zeder von der traditionellen Chinesischen Medizin nachgesagt wird ist unwahrscheinlich. Menschen, die an einem Mangel eines ihrer wertvollen Inhaltsstoffe, besonders den für die Blutbildung erforderlichen Stoffen Folsäure und Eisen, leiden, empfinden aber oft Mattigkeit und Antriebslosigkeit als Symptom. Dann kann die Zedernuss durch Beseitigung des Nährstoffmangels auch einen Energiemangel beheben.

Was sollte man beim Kauf von Zedernüssen beachten?

Wie sortenrein ist das Produkt?

Zedernüsse werden ausschließlich von wild wachsenden Bäumen geerntet und müssen in Handarbeit aus den Zapfen geschlagen werden. Das macht sie vergleichsweise teuer, weshalb sie häufig in eher kleinen Mengen in Nussmischungen verkauft werden. Diese bieten zwar mehr geschmackliche Abwechslung, sind aber schwer im Nährstoffgehalt und Wert zu vergleichen.
Wer Wert auf Qualität und einen klaren Preisvergleich legt, sollte daher 100 % sibirische Zedernüsse kaufen. Sie können später immer noch in einem selbst gewählten Verhältnis mit anderen Produkten gemischt werden.

Woher stammen die Nüsse?

Die hochwertigsten Zedernüsse findet man im Altaigebirge in Sibirien. Bei Produkten aus Europa ist der Gehalt an Fettsäuren meist niedriger, da die Zedernarten aus dem Mittelmeer nur selten niedrigen Temperaturen ausgesetzt sind. Zudem besteht das Risiko, dass es sich gar nicht um echte Zedernnüsse, sondern um ein ähnliches Ersatzprodukt handelt.

Wie erkennt man die Qualität von Zedernüssen?

Durch die Ernte von Wildbäumen kann man beim Kauf von sibirischen Zedernüssen immer sicher sein, dass es sich um ein reines Naturprodukt handelt und auch keine umweltschädlichen Schädlingsbekämpfungs- oder Düngemittel zum Einsatz gekommen sind. Zertifikate sollten daher vor allem die Qualität von Lagerung und Transport bestätigen.
Die Angabe ‚kann Spuren von anderen Nüssen enthalten‘ ist normalerweise kein Zeichen für verminderte Qualität. Sie bedeutet lediglich, dass bei der Verarbeitung oder Verpackung Maschinen eingesetzt wurden, die auch für andere Produkte verwendet werden und über die daher sehr kleine Reste in die Zedernüsse geraten sein könnten. Allergiker, für die auch kleinste Mengen eine Gefahr darstellen, sollten allerdings nur vollkommen reine Nüsse kaufen!

Wie frisch ist das Produkt?

Das Vitamin E in der Zedernuss verlangsamt zwar die Zersetzung der ungesättigten Fettsäuren, kann sie aber nicht gänzlich verhindern. Da die Nüsse zudem einen relativ langen Lieferweg aus Sibirien nach Deutschland zurücklegen müssen, ist es wichtig, ein möglichst frisches Produkt zu kaufen, um die bestmögliche Wirkung zu erhalten.

Fazit zu Zedernüssen

Zedernüsse sind ein reines Naturprodukt von sehr hoher Qualität. Ihre wertvollen Inhaltsstoffe sind vor allem für Menschen mit erhöhtem Risiko für Herz- Kreislauferkrankungen, Vegetarier und Frauen besonders zu empfehlen. Sie stellen jedoch für alle Menschen eine hochwertige und gesunde Knabberei dar. Ihr einziger Nachteil ist ihr hoher Preis, der aber nicht zu allzu sparsamem Einsatz führen sollte, da lange Lagerung die Wirksamkeit der Nüsse verringert.

Häufige Fragen zum Thema Zedernuss

Wie sollten Zedernüsse gelagert werden?

Um die wertvollen ungesättigten Fettsäuren möglichst lange zu erhalten, sollten Zedernüsse nicht allzu lange und stets an einem dunklen und kühlen Ort gelagert werden. Sie dürfen niemals über 45 °C erhitzt werden.

Hat die Zedernuss wirklich eine potenzfördernde Wirkung?

Die der Zeder nachgesagte potenzfördernde Wirkung wurde bisher noch nicht wissenschaftlich überprüft. Ihre bekannten Inhaltsstoffe stehen nicht in direktem Zusammenhang mit dem Fortpflanzungssystem, sind aber in vielen anderen Bereichen gesundheitsfördernd und ein allgemein besseres Befinden könnte durchaus auch positive Auswirkungen auf die Sexualität haben.