Zedernholz – Vorteile und Besonderheiten

Zedernholz wird seit Jahrhunderten in vielen Bereichen, vom Schiffsbau bis zur Parfumerzeugung und Schädlingsbekämpfung, eingesetzt. Doch was macht die Zeder eigentlich so besonders und was sollte man beim Kauf von Zedernholz wissen?

Das Wichtigste zu Zedernholz in Kürze:

  • Zedernholz ist vergleichsweise teuer und wird daher häufig durch weniger hochwertige Produkte ersetzt, von denen manche ebenfalls unter dem Namen Zedernholz verkauft werden.
  • Als Konstruktionsmaterial ist Zedernholz wegen seiner großen Wasserverträglichkeit und natürlichen Resistenz gegen Schädlinge wie Pilze, Insekten und andere holzzerstörende Organismen besonders beliebt.
  • Das ätherische Öl der Zeder gilt nicht nur als angenehmer Duftstoff, sondern soll zudem vor Atemwegserkrankungen schützen und für Entspannung, Verbesserung der Stimmung und Linderung von Ängsten sorgen.

Was ist Zedernholz?

Echtes Zedernholz wird aus Bäumen aus der Gruppe der Zedern hergestellt. Das sind immergrüne Nadelbäume mit breiten Kronen, die zu den Kiefergewächsen gehören. Sie sind in mehreren Unterarten sowohl im gesamten Mittelmeerraum und den Alpen, als auch am Rand des Himalayas verbreitet.
Echte Zedern werden etwa 40 m hoch und können einen Durchmesser von zwei Metern erreichen. Ihr Holz ist gelblich weiß bis rötlich braun und zeigt eine sehr gleichmäßige Maserung, was es besonders attraktiv für die Herstellung von klar lackierten Produkten macht. Dennoch wird es jedoch vor allem als Baumaterial eingesetzt.
Nicht jedes im Handel angebotene Zedernholz stammt auch wirklich von einer Zeder. Teilweise werden auch Vertreter der Gruppe der Zypressen zu seiner Herstellung eingesetzt.

Welche Arten von Zedernholz gibt es?

Die echten Zedern sind:

  • die Libanon Zeder
  • die Himalaya Zeder
  • die Atlas Zeder
  • die Sibirische Zeder

Nur diese Hölzer weisen alle an Zedern geschätzten Eigenheiten auf und können ohne Bedenken für alle üblichen Anwendungen von Zedernholz verwendet werden.

Welche anderen Holzarten werden als Zedernholz verkauft?

Zypressenholz

Zypressenholz wird häufig anstelle von echtem Zedernholz eingesetzt, da es deutlich billiger ist. Es lässt sich beim Kauf am leichtesten durch seinen deutlich stärkeren Geruch von echtem Zedernholz unterscheidenden. Dieser ist durchaus angenehm und kann neben dem Preis ein weiterer Grund sein, bewusst unechtes Zedernholz anstelle des echten Produktes zu kaufen.
Allerdings geben Zypressen nicht nur Duft- sondern auch Giftstoffe an ihre Umgebung ab, die die Schleimhäute reizen und benachbarte Pflanzen schädigen können. Wer Zedernholz wegen der ihm nachgesagten positiven Wirkung auf die Atemwege kaufen möchte, sollte daher kein Zypressenholz kaufen.

Red Cedar Holz

Red Cedar ist der englische Name der Thuja. Wörtlich übersetzt bedeutet er allerdings rote Zeder, weshalb auch Thuja Holz oft als Zedernholz verkauft wird. Auch die Thuja gehört jedoch genaugenommen zu den Zypressen und nicht zu den Zedern.
Die Red Cedar verbreitet einen angenehmen Geruch und ist wie die Zeder resistent gegen Schädlinge. Sie kann bei Möbeln und im Innenausbau gut verwendet werden und wird auch zur Herstellung von Griffen für Messer und Gewehrkolben verwendet. Als Baumaterial für den Außenbereich ist sie jedoch ungeeignet.

Spanisches Zedernholz

Der Name Spanische Zeder wird häufig für die Westindische Zedrele verwendet, weshalb auch ihr Holz häufig als Zedernholz verkauft wird. In Wirklichkeit ist die Westindische Zedrele jedoch ein Laubbaum aus der Familie der Mahagonigewächse und noch weniger mit den Zedern verwandt als die Zypressen.
Spanisches Zedernholz ist echtem Zedernholz sehr ähnlich und stellt einen durchaus hochwertigen Ersatz für dar. Allerdings muss man mittlerweile auch bei ihm vorsichtig sein, dass es sich um das echte Produkt und kein billigeres Ersatzholz handelt.

Wacholderholz

Aufgrund der hohen Nachfrage nach den hochwertigen Hölzern der echten Zedern und der Spanischen Zeder ist mittlerweile auch die Spanische Zeder relativ teuer und selten geworden. Deshalb wird sie in billigen Produkten gerne durch Wacholderholz ersetzt.
Auch Wacholder gehört zu den Zypressen und hat den für sie typischen starken angenehmen Geruch. Deshalb wird Wacholderholz auch als Ersatz für echtes Zedernholz bei der Herstellung von Zedernöl eingesetzt.
Wacholderholz eignet sich jedoch nicht als Baumaterial und neigt auch zu deutlich mehr Unregelmäßigkeiten in der Maserung als Zedernholz. Es weist eine relativ geringe Festigkeit auf, gilt aber als formbeständig und wird vor allem zur Herstellung kleinerer geschnitzter Gegenstände eingesetzt. Große Gegenstände aus einem Stück können aus ihm nicht hergestellt werden, da Wacholder keine dicken Stämme bildet.

Was sind die Vorteile und Anwendungen der Zeder?

Wasserbeständigkeit

Zedernholz kann ungewöhnlich lange im Wasser liegen, bevor es zu modern beginnt. Deshalb eignet es sich besonders für die Herstellung von Holzteilen, die im Wasser liegen sollen, und wird häufig im Außenbereich eingesetzt.
Historisch wurde die Zeder aufgrund ihrer Wasserbeständigkeit bereits in der Antike für den Schiffsbau genutzt. Der Legende nach soll auch die Arche Noah aus Zedernholz bestanden haben. Angesichts der geografischen Verbreitung der Zeder, wäre das durchaus wahrscheinlich gewesen, hätte es die Arche tatsächlich gegeben.

Schädlingsresistenz

Die ätherischen Öle im Harz der Zeder sind ein natürliches Abwehrmittel gegen Holzschädlinge. Sie können auch die gegen viele andere Mittel resistenten Pilze abtöten und erhöhen so die Lebensdauer des Zedernholzes.

Insektenschutz

Der Geruch von Zedernöl hat eine abschreckende Wirkung auf Motten, die ebenfalls bereits in der Antike genutzt wurde. Die Alten Griechen stellten Kleidertruhen aus Zedernholz her, um die Insekten von der Eiablage abzuschrecken.
Es ist aber nicht unbedingt gleich eine Truhe oder ein Schrank aus Zedernholz notwendig, um Kleidung vor Mottenbefall zu schützen. Heutzutage wird oft auch einfach ein kleines Plättchen aus Zedernholz in den Kleiderschrank gelegt.

Verwitterungsresistenz

Zedernholz bildet an Außenflächen und Schnittstellen eine Oxydierungsschicht, die Umwelteinflüsse beim tieferen Eindringen in das Holz behindert. Dadurch wirken Schadstoffe, Wind und Temperaturwechsel deutlich langsamer und Gegenstände aus Zedernholz werden nicht so schnell zersetzt. Auch diese Eigenheit macht die Zeder besonders für den Außenbereich geeignet.
Allerdings ist die Oxydierung der Holzoberfläche nicht immer wünschenswert. Die durch sie gebildete Schutzschicht hat eine graue Farbe, die oft als unschön empfunden wird. Wer ihre Bildung verhindern möchte, kann jedoch auf entsprechende Pflege- und Holzschutzmittel zurückgreifen.

Belastbarkeit

Auch mechanischer Belastung hält Zedernholz sehr gut stand, was es ideal für die Verwendung als Bauholz macht. Seine dichte Maserung sorgt dafür, dass es sich kaum verbiegt. So wird es gerne für die Rahmen von Fenstern und Türen und für Fensterläden verwendet. Auch Parkettböden und Terrassendielen werden häufig aus Zedernholz hergestellt.

Bearbeitbarkeit

Das Holz lässt sich trotz der hohen Resistenz und Belastbarkeit leicht bearbeiten, was es bei Tischlern besonders beliebt macht. Heimwerker, die noch wenig Erfahrung mit der Holzbearbeitung haben, können meist ebenfalls gut mit Zedernholz arbeiten. Allerdings kann ein hoher Materialverschleiß durch Fehlschnitte und Bearbeitungsfehler bei diesen teuren Hölzern zu unerwünscht hohen Kosten führen.

Aussehen

Die Nutzung der Zeder für die Herstellung von Möbeln und Gebrauchsgegenständen ist etwas seltener als die als Bauholz. Die feine und gleichmäßige Maserung des Holzes gibt ihnen allerdings ein besonders attraktives Aussehen.
Die Zeder bildet sehr feine, klar erkennbare und gleichmäßige Jahresringe und dünne unauffällige Harzkanäle, die zu einem einheitlichen Bild der Holzoberfläche führen. Lediglich eine Neigung zu Verfärbungen kann den Gesamteindruck des Holzes stören.

Welche Wirkungen hat die Zeder auf die menschliche Gesundheit?

Vor allem in Asien wird die Zeder bereits seit langem auch in der Volksheilkunde eingesetzt und es werden sowohl ihrem Duft als auch ihren Früchten positive Wirkungen nachgesagt. Bisher wurde allerdings nur die Wirkung der Zedernnüsse wissenschaftlich überprüft und bestätigt.

Was sind die gesundheitlichen Wirkungen von Zedernnüssen?

Der Genuss von Zedernnüssen hilft, den Cholesterinspiegel im Blut zu regulieren und dadurch Arteriosklerose und durch sie verursachte Herz-/Kreislaufprobleme vorzubeugen. Die Nüsse enthalten wertvolle Aminosäuren, die für die Synthese unterschiedlicher Substanzen im Körper benötigt werden.
Sie sind gute Lieferanten der Spurenelemente Kupfer, Magnesium und Eisen und unterstützen dadurch die Muskelkontraktion, die Kommunikation zwischen Nerven und Muskeln und die Bildung der roten Blutkörperchen. Außerdem enthalten sie Vitamine, vor allem Vitamin E, welches für die Immunabwehr und die Gesundheit von Haut und Augen wichtig ist.

Welche Wirkungen werden dem Zedernöl nachgesagt?

In China wird der Einnahme von Zedernöl eine potenzsteigernde Wirkung nachgesagt. Es heißt die Zeder wäre ein Speicher für kosmische Energie, auf den Menschen bei Energiemangel zurückgreifen können. Eine mögliche rationale Erklärung für diesen esoterischen Glauben liegt in der bereits erwähnten die Blutbildung und Immunabwehr fördernden Wirkung der Nüsse.
Die antibakterielle Schutzwirkung des Öls gegen Schädlinge, soll sich beim Einatmen auch auf die Atemwege auswirken. Deshalb wird vermutet, dass Zedernholz eine lindernde Wirkung bei Erkältungen hat und gut für Asthmatiker ist.
Der Geruch der Zeder hat auf die meisten Menschen eine entspannende Wirkung und soll auch die Stimmung heben. Das mag an hilfreichen Inhaltstoffen des Öls oder auch nur an positiven Assoziationen mit dem Duft liegen.
In der Naturheilkunde wird das aromatische Öl von Zedern eingesetzt, um Ängste zu bekämpfen und den menschlichen Geist zu beruhigen oder zu stabilisieren. Auch diese Wirkung ist bisher nicht belegt. Es ist jedoch bekannt, dass körperliche Entspannung auch zu geistiger Beruhigung beiträgt und so Ängste lindern kann.

Welche Nachteile hat Zedernholz?

Rissbildung

Die einzige Schwierigkeit bei der Bearbeitung von Zedernholz liegt in seiner Neigung zur Bildung von Rissen. Das Problem tritt vor allem bei der Herstellung von Schraubverbindungen her, weshalb man die benötigten Schraublöcher stets vorbohren sollte.
Um das Werkteil nicht zu beschädigen, muss aber auch beim Bohren mit großer Sorgfalt vorgegangen werden. Deshalb sollte man einen Bohrer mit einstellbarer Drehzahl verwenden und die korrekte Zahl zunächst an einem Abfallstück erproben. Sie ist von der Härte des Holzes, dem Durchmesser des Bohrers und der verwendeten Bohrmaschine selbst abhängig.

Verfärbungen

Neben dem oberflächlichen Ergrauen durch die Oxydation kommt es bei der Zeder auch zu bläulich grauen Verfärbungen bei Kontakt mit Eisen. Sie schaden dem Material zwar nicht, sind jedoch unschön anzusehen.
Die Ursache für diese Verfärbungen ist eine chemische Reaktion des Eisens mit den im Holz enthaltenen Gerbstoffen. Sie kann vermieden werden indem man darauf achtet, dass alle Nägel, Schrauben und sonstigen Metallteile, die mit dem Holz in Berührung kommen, aus Edelstahl bestehen.

Was sollte man beim Kauf von Zedernholz beachten?

Echtheit

Die Echtheit von Zedernholz lässt sich an einem nur schwachen Geruch und gleichmäßiger Maserung erkennen. Je nach Art der gewünschten Anwendung, kann für manche Käufer aber auch ein Imitat in Frage kommen. Dabei sollte man sich jedoch immer vor dem Kauf über die Eigenschaften des Ersatzholzes informieren.

Farbe

Zedernholz variiert stark in seiner Färbung und weist auch innerhalb des Stammes unterschiedliche Farbschattierungen auf. Deshalb kann es auch zu Farbabweichungen innerhalb einzelner Bretter kommen. Das ist ein weiteres Indiz für die Echtheit des Holzes, kann aber bei dekorativen Anwendungen unerwünscht sein.

Ist es Kernholz oder Splintholz?

Das Splintholz aus den äußeren Bereichen der Zeder kann an seiner hellen, fast weißen bis gelblichen, Farbe erkannt werden. Es ist weicher als das rötlich braune Kernholz und auch weniger widerstandsfähig gegen Schädlinge, wird aber aufgrund seines Aussehens geschätzt.
Wer Holz mit hoher Widerstandskraft oder zur Mottenabwehr sucht, sollte daher darauf achten, Kernholz zu wählen. Wer sich aus ästhetischen Gründen für Splintholz entscheidet, sollte dagegen bedenken, dass es mehr Holzschutzmittel und regelmäßige Pflege benötigt.

Herkunft

Umweltbewusste Käufer sollten bei der Auswahl von Holz immer auch auf die Herkunft des Produktes achten. Im besten Fall stammt es aus nachhaltiger Produktion und von europäischen Bäumen. Dies stellt sicher, dass man mit dem Kauf nicht zur Abholzung von für den Sauerstoffkreislauf der Erde erforderlichen Wäldern beiträgt und der Schadstoffausstoß beim Transport möglichst gering gehalten wird. Das umweltfreundlichste Zedernholz auf dem deutschen Markt stammt daher aus den Alpen.

Fazit

Zedernholz ist zwar im Ankauf teurer als alternative Produkte, macht dies aber durch seine große Widerstandskraft und lange Lebensdauer langfristig wieder wett. Es eignet sich insbesondere für den Außen- und Innenausbau, wird aber aufgrund seines attraktiven Aussehens auch in der Möbelproduktion eingesetzt. Ein weiteres wichtiges Anwendungsgebiet ist der Mottenschutz. Beim Kauf ist es allerdings sehr wichtig, auf die Echtheit des Holzes zu achten, da auch andere Hölzer unter dem Namen Zedernholz verkauft werden.

Häufige Fragen zum Thema Zedernholz

Wie pflegt man Zedernholz?

Auch schädlingsresistente Hölzer wie Zedernholz sollten mit Holzschutzmitteln lackiert werden, die jährlich erneuert werden. Zur Reinigung des Holzes ist es am besten, eine weiche Bürste und klares Wasser anstelle von aggressiven und umweltschädlichen Holzreinigern zu verwenden.

Was kann man tun, wenn aus dem Zedernholz Harz austritt?

Harzaustritt kommt bei Zedernholz lediglich in den ersten Monaten vor und kann daher durch Verwendung von bereits abgelagertem Holz vermieden werden. Bereits ausgetretenes Harz kann mit einem in Azeton getränkten Tuch abgewischt werden, wonach das Holz aber gewaschen und der Holzschutz erneuert werden muss.