Gemüse und Kräuter im Hochbeet

Gemüse und Kräuter im Hochbeet anzubauen, hat gleich mehrere Vorteile. Das gilt zumindest dann, wenn dabei einige Punkte berücksichtigt werden. Worauf zu achten ist und was für das Anlegen und die Pflege benötigt wird, erklärt dieser Ratgeber ausführlich.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Hochbeete ermöglichen einen frühzeitigeren und längeren Anbau.
  • Das erhöhte Pflanzen ist rückenschonend und bietet einen besseren Schutz gegen Schädlinge.
  • Der Aufbau der Schichten ist entscheidend für den erfolgreichen Anbau.
  • Zahlreiche Möglichkeiten der Gestaltung und Erweiterung bieten sich für individuelle Hochbeete an, die Blicke fangen.
  • Der ausreichende Wasserabfluss muss sichergestellt werden, da es sonst zu Nässestau kommt.

Was ist ein Hochbeet?

Der Name errät es bereits: Bei einem Hochbeet handelt es sich um ein erhöhtes Beet. Im Standard bemisst ein solches Pflanzbehältnis 80 bis 120 Zentimeter. Es finden sich allerdings auch Ausnahmen, die niedriger sind, beispielsweise für Rosen oder Kartoffeln.
Generell gilt jedoch, dass das Beet durch die Höhe besser vor der Bodenkälte geschützt ist. Bei dem richtigen Aufbau der Substratschichten können in ihm acht Grad mehr herrschen als, was ein eindeutiger Vorteil ist.

Welche Vorteile bringt ein Hochbeet mit sich?

Aufgrund der höheren Temperaturen in dem Hochbeet kann der Anbau in ihm früher im Jahr beginnen und länger in der Gartensaison fortgesetzt werden. Weitere Vorzüge umfassen:

  • höhere Erträge durch längere Anbauzeit
  • besserer Schutz vor Schädlingen wie Schnecken und Wühlmäusen
  • rückenschonenderes Arbeiten bei Pflege und Ernte
  • dekorative und praktische Möglichkeiten der Erweiterung
  • mehr Freiheit bei der Substratwahl und beim Substratwechsel
  • Anbau auch auf kleinen Standflächen möglich
  • dekorativer und geordneter Aufbau im Garten

Hochbeete lassen sich beispielsweise dafür einsetzen, einen Weg oder einen Bereich im Garten abzugrenzen und zu umranden. Vor Fenstern positioniert können sie es zudem ermöglichen, direkt von der Küche aus, Kräuter und Gemüse zu ernten.

Fertiges Hochbeet kaufen oder selbst bauen?

Fertige Hochbeete finden sich in unterschiedlichen Größen und Materialien, meist als Bausätze, die nur noch montiert werden müssen. Sie bieten den Vorteil, dass der Aufwand für Aufstellen und Montage sehr gering ausfällt. Bei der Auswahl ist auf einen ausreichenden Wasserabfluss zu achten. Das gilt vor allem dann, wenn der Boden verschlossen ist oder das Hochbeet auf einer betonierten Fläche stehen soll.
Ein Hochbeet selbst zu bauen, erfordert mehr Zeit und Arbeit. Gestalterisch ist dabei jedoch viel Freiheit gegeben. Holz, Metall und das Mauern aus (Natur-)Stein stehen als Varianten zur Auswahl. Zudem können die Maße individuell bestimmt werden, was in besonders engen Nischen oder bei einer ausgefallenen Vorstellung praktisch sein kann.
Tipp: Wer sich für den Selbstbau entscheidet, sollte den Rahmen des Hochbeets nicht zu breit gestalten. Die Mitte muss sich von den Seiten aus bequem erreichen lassen. Anderenfalls werden Pflanzen, Pflege und Ernte zum Problem.

Aufbau der Schichten im Hochbeet

Ob die Wahl auf einen Bausatz oder den Eigenbau fällt: Für kräftiges Gemüse und gesunde Kräuter im Hochbeet muss es entsprechend befüllt werden. Entscheidend ist ein schichtweiser Aufbau. Dieser erfolgt in fünf Stufen:

  1. Die unterste Schicht besteht aus grobem Holzschnitt. Er stellt eine Art Drainage dar und zersetzt sich nur langsam. 25 bis 30 Zentimeter dick darf der Bodenbelag sein.
  2. Für die zweite Schicht werden Rasensode und feiner Holzschnitt gewählt. Diese Mischung darf weitere 20 Zentimeter hoch eingebracht werden.
  3. Als dritte Schicht dient grober Kompost. Feiner Grünschnitt, Laub, Eierschalen, Kaffee, Obst und Gemüse kommen infrage. 20 Zentimeter sollte die Dicke betragen. Während er verrottet, setzt er Nährstoffe und Wärme frei.
  4. Als vorletzte Schicht wird feiner Kompost gewählt. Von diesem reichen zehn Zentimeter aus.
  5. Den Abschluss stellt die jeweils notwendige Erde dar. Für Kräuter bietet sich Kräutererde an. Bei verträglichen Mischkulturen aus Gemüse- und Kräutern können die Substrate entsprechend an die Ansprüche der Gewächse angepasst werden. Die fünfte Schicht sollte 20 Zentimeter bemessen.

Wenn das Hochbeet zunächst sehr voll erscheint, ist das vollkommen normal – ändert sich im Laufe einiger Tage jedoch. Durch den Aufbau beginnend mit groben und dann immer feineren Materialien, sacken die Schichten mit der Zeit etwas nach unten ab.

Zeitpunkte für das Befüllen und Bepflanzen

Das Befüllen kann im Herbst oder im Frühjahr erfolgen. Wurde das Beet bereits im Herbst mit den Schichten versehen, können sich Mikroorganismen besser ausbreiten und erzeugen dadurch eine höhere Qualität des Substrats.
Findet das Füllen erst im Frühjahr statt, sollten die Schichten wenigstens zwei bis vier Wochen ruhen dürfen, bevor das Beet bepflanzt wird.
Wann Samen oder Pflanzen in das Gefäß eingebracht werden, ist von den Ansprüchen der Gewächse abhängig. Bei einigen empfiehlt sich das Vorziehen, bei anderen kann eine direkte Aussaat erfolgen, solange anfangs ein angepasster Schutz erfolgt. Dieser lässt sich beispielsweise in Form einer transparenten Plane aufbringen oder durch Pflanzenhüte bewerkstelligen.

Tomatenzelt auf dem Hochbeet

Eine weitere Variante, die Pflanzen im Hochbeet zu schützen und es dadurch für eine größere Vielfalt von Gewächsen optimal zu gestalten, ist die Montage eines Tomatenzelts. Gefertigt aus strapazierfähiger, transparenter Folie oder Plexiglas und mit einem stabilen Rahmen versehen, kann ausreichend Licht eindringen, während die schädlichen Auswirkungen von starkem Regen und Wind ferngehalten werden.

Das Hochbeet gestalten

Da das Hochbeet über einen stabilen Rahmen verfügt, lässt sich dieser als weitere Möglichkeit zur Bepflanzung verwenden. Hängende Töpfe oder Kästen vergrößern die Anbaufläche zumindest während der warmen Monate und wirken zusätzlich schmückend.
Sie können zudem einen weiteren praktischen Zweck erfüllen. Wer in dem Beet Gemüse zieht und Kräuter als natürliche Abwehr von Krankheiten und Schädlingen einsetzen will, kann diese außen anbringen und somit auch Gewächse kombinieren, die vollkommen unterschiedliche Ansprüche an das Substrat stellen.

Die richtige Pflege für Kräuter und Gemüse

Die Pflege von Kräutern und Gemüse im Hochbeet unterscheidet sich nicht wesentlich von der in anderen Pflanzgefäßen oder Beeten. Sie muss abgestimmt auf die Art der Gewächse erfolgen. In Hinblick auf das Wässern kann sie etwas aufwendiger sein, da je nach Anzahl der Pflanzen gegebenenfalls weniger Substrat zur Verfügung steht. Dadurch sind die vorhandenen Wasserreserven schneller erschöpft und ein häufigeres Gießen wird notwendig.
Hiervon abgesehen beschränkt sich die Pflege auf das Entfernen von Unkraut und abgestorbener Pflanzenteile, die regelmäßige Kontrolle und falls nötig Rückschnitte. Ein leichtes und oberflächliches Auflockern der Erde kann sinnvoll sein, um eine verbesserte Wasseraufnahme zu ermöglichen und das Substrat zu belüften.

Fazit

Ob Hochbeete die Terrasse umrahmen, auf dem Balkon stehen oder gezielt die Anbauzeit verlängern sollen – sie ergeben optisch ein ordentliches und gepflegtes Bild und bieten sowohl Vorzüge als auch zahlreiche Möglichkeiten. Mit dem richtigen Vorgehen und hochwertigen Modellen sind sie die ideale Basis dafür, selbst gesunde Nahrung anzubauen und damit den Speiseplan zu bereichern.